Bezugspunkt die die Schönheitengalerie König Ludwigs I. In München.

Die bayerischen Frauen, die für diese Bilder Modell standen, wurden vom König persönlich, nach ästhetischen, ebenso, wie erstmals nach moralischen Kriterien ausgewählt; hiermit wird die Tradition ähnlicher Schönheitengalerien durchbrochen, nach der sich Frauen durch ihren sozialen Staus qualifizieren.

Absicht des Projektes ist es, den dort begonnenen Gedanken konsequent weiterzudenken und eine damals begonnene Tradition in die heutige Zeit zu übertragen.

Hier stehen die Frauen selbst im Mittelpunkt; bayerische Frauen oder in Bayern lebende Frauen, die sich durch ihre (im weitesten Sinne) Leistung auszeichnen und beispielgebend sind; durch jeglichen Verzicht auf Inszenierung von außen oder (erhobenen) interpretierenden Zeigefinger, soll eine Authentizität entstehen, die den konventionellen Schönheitengalerien fehlt und den Sprung durch die Zeit und die entstandenen gesellschaftlichen Veränderungen, zu einem nachvollziehbaren macht.

Es handelt sich um eine Projekt um das Gesellschaftsportrait.

Gezeigt werden, in engem räumlichen Zusammenhang, malerische Arbeiten /Portraits und Videofilme.

Für eine einzige Sitzung wurden die Frauen vor die Videokamera gebeten. Der entstehende Film wird anlässlich der Ausstellung ungeschnitten gezeigt.

Auflagen für diese Aufnahmen ergehen an die Modelle nicht. Jede Frau stellt sich dar, wie sie es für richtig hält, die Künstlerin greift in diesen Prozess nicht ein.

Raum ist hier für die Selbstinszenierung des Modells, während der es nahezu zwangsläufig seinen Objektcharakter verliert und vom dargestellten "Gegenstand" zum Protagonisten wird.

Nach den Videofilmen entstehen die Portraits. Diese verstehen sich jedoch nicht als klassische Abbilder eines Gesichtes, sondern als konzeptuelle Arbeiten, die das Gesicht, den Kopf eines Menschen für davon ausgehende Übereilungen zitieren. Auf psychologisierende und typisierende Aspekte wird jedoch im Prozess verzichtet.

Das Projekt nutzt zwei Medien.

Das Medium Film, das Medium der schnellen Bilder, das für objektive Information steht, einen Eindruck simultaneren Geschehens, zeitgleichen Beobachtens hinterlässt.

Hier transportiert es die "persönlichen" Bilder der Dargestellten. Bilder, die Rückschlüsse zulassen auf die gefilmte Person, ihren Charakter, ihr Denken – hier ist es das Medium von Inszenierung und Selbstdarstellung.

Das Medium Malerei entzieht sich diesem Anspruch. Nicht die Persönlichkeit der dargestellten Figur wird hier vertieft, nicht der objektive (?) Eindruck der Filme ersetzt durch einen subjektiven des Künstlers. Die statischen Bilder schaffen keine persönliche Interpretation des im Film dargestellten, sondern versuchen die Person ausschließlich als optischen Anreiz zu begreifen. Die Malerei versucht sich hier darzustellen, als rein optisches (objektives) Medium, das sich jeglicher Wertung enthält, sondern die Figur, die sich auf dem Monitor als denkendes, lebendiges, persönliches Wesen zeigt, in einen tonlosen, wertfreien Kunstgegenstand zu übersetzen.

Bilder und Monitore sollen in räumlichen und somit inhaltlichem Zusammenhang gezeigt werden.

Ein Spiel soll entstehen, eine Wechselwirkung von artifiziellen und realen Elementen, von fragwürdiger Objektivität und ebenso fragwürdiger Subjektivität, von Objekt und Subjekt, die den Betrachter bei der Meinungsfindung letztlich allein und seinen eigenen (subjektiven) Analysen überlässt.