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Über die Arbeiten von ben jakov (Max Mannheimer) und Julia Wegat

Eigentlich bedarf Max Mannheimer, der unter dem Namen ben jakov malt, keiner Vorstellung.

Als Zeitzeuge und 84-jähriger Holocaust-Überlebender ist er einer breiten Öffentlichkeit bekannt durch seine Tätigkeiten für Wohlfahrtsorganisationen und das ständige Mahnen gegen das Vergessen der Gräuel des "3.Reichs". Dafür wurde er u.a. mit der Ehrendoktorwürde der Ludwig-Maximilian-Universität ausgezeichnet.

Sein "spätes Tagebuch" ist ein Dokument von Leben und Sterben und eine tief empfundene Erinnerung.

Zu malen begann Max Mannheimer 1954 als Therapie gegen die eigene Erinnerung an das erlebte Grauen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern der Nazis. Nach gegenständlichen Anfängen begann er, nach der Begegnung mit den Werken Kandinskys abstrakt zu malen; in der Art des action-painting fand er seine Ausdrucksmöglichkeit und schafft expressiv-abstrakte Arbeiten in Acryl und Kunstharz.

Julia Wegat dagegen machte sich einen Namen als "Versteckerin". Die Helnwein-Schülerin und Angehörige der Enkelgeneration von ben jakov übermalt ihre minutiös realistsisch dargestellten Ölbilder mit einem Coating aus Pigment und Wachs teilweise bis zur Unkenntlichkeit und entzieht die Bilder dadurch dem Betrachter.

Nach Durchsicht seines Ateliers hatte ben jakov einige bemalte Leinwände, von denen er sich zu trennen gedachte, im Jahr 2002 Julia Wegat übergeben; sie könne sie doch sicher für ihre Zwecke gebrauchen.

Es kostete sie ziemliche Überwindung – denn schließlich hatte Julia Wegat ja mehr oder weniger fertige Arbeiten, also Aussagen eines Künstlers, vor sich – bevor sie sich ans Werk machte.

Es entstanden völlig unterschiedliche Bilder, die jedoch dieselbe Wurzel haben, nämlich alle aus dem Atelier von ben jakov stammen. In oder auf den Bildern fand ein Sprung über Generationen hinweg statt; durch die Übermalungen von Julia Wegat haben ben jakovs Bilder eine Ergänzung erfahren im künstlerischen Sinne, aber auch durch einen jungen Menschen der heutigen Zeit.

Erstaunliche und bewegende Synergieeffekte haben sich beim Übermalen ergeben; es scheint, als hätten sich zugrunde liegende Gedanken des Malers auf den Übermaler übertragen – wichtig zu wissen ist, dass die beiden vorher nicht über die von ben jakov verschenkten Bilder oder die Beweggründe, aus denen sie entstanden waren, gesprochen hatten.

Es waren bewegende Momente, als Max Mannheimer die Übermalungen zum ersten Mal anschaute und die offensichtlichen Einflüsse und seelischen Verbindungen sah und aussprach.

Die Arbeiten sind eine absolute Besonderheit, fast schon etwas kunsthistorisch Exotisches, weiß man doch von keiner vergleichbaren Zusammenarbeit.

Dr. A. Mäckler; 2003